Teil 1 – Cybersicherheit: Warum Cybersicherheitsmaßnahmen scheitern – Technik, Organisation und operative Realität

Geschrieben am 29.01.2026 von:

Noureddine Jerbi

Penetration Tester | IT Security Consultant
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Der Anspruch an Cybersicherheit ist klar definiert: Risiken sollen reduziert, Vorfälle vermieden und der Betrieb nachhaltig abgesichert werden.

In der Praxis zeigt sich jedoch, dass selbst bei  wachsenden Budgets und dem Einsatz neuer Technologien grundlegende Ursachen für das Scheitern bestehen bleiben – nicht primär auf technischer Ebene, sondern an der Schnittstelle zwischen Technologie, Organisation und operativem Betrieb.

Ein  wiederkehrendes Muster ist die Fragmentierung von Maßnahmen: Sicherheitslösungen werden punktuell eingeführt – Endpoint Protection, SIEM-Lösungen zur zentralen Protokollierung und Ereignisanalyse, Zero-Trust-Architekturen oder KI‑basierte Erkennungssysteme – ohne dass ein integriertes, übergreifendes Sicherheitskonzept existiert. Diese Technologien allein machen Unternehmen nicht resilient. Moderne, hybride IT‑Landschaften erzeugen eine Vielzahl von Assets, Verbindungen und Abhängigkeiten, die ohne eine konsolidierte Übersicht und laufende Risikobewertung kaum steuerbar sind.

Ein weiterer kritischer Faktor ist die Operative Realität in den Security-Teams. Alerts  treffen in  hoher Frequenz ein, Fachkräfte sind überlastet, und Alarmmüdigkeit führt dazu, dass  relevante Bedrohungen im Tagesgeschäft untergehen. Viele Organisationen haben hochkomplexe Tools installiert, ohne Prozesse zur Optimierung und Priorisierung der gewonnenen Daten zu etablieren. Das führt dazu, dass Sicherheitsmaßnahmen nicht dort wirken, wo sie gebraucht werden, und rechtfertigt nicht selten die Aussage: „Wir haben alles getan – und dennoch sind wir nicht sicher.“

Auf organisatorischer Ebene zeigt sich zudem eine Diskrepanz zwischen Risiko‑ und Sicherheitsmanagement. Sicherheitsmaßnahmen werden häufig als rein technisches IT‑Projekt verstanden, statt als Geschäftsrisiko, das auf Vorstandsebene geführt werden muss. Ohne klare Verantwortlichkeiten, Eskalationsprozesse und ein abgestimmtes Krisen‑ und Notfallmanagement verpuffen Investitionen in Tools schnell im alltäglichen Betrieb.

Nicht zuletzt bleibt der Mensch ein zentraler Risikofaktor. Fehlende Sicherheitskultur, unzureichende Awareness‑Programme und generische Trainings decken keine abteilungs‑ und kontextspezifischen Gefährdungen ab. Erst wenn Mitarbeitende verstehen, wie reale Angriffe funktionieren und welche Konsequenzen sie für Geschäftsprozesse haben, kann menschliches Versagen systematisch reduziert werden.

Fazit: Cybersicherheit ist mehr als Technologie. Ein resilienter Sicherheitsansatz setzt in der heutigen Zeit voraus, dass Unternehmen Technologie, Prozesse und Organisation gleichzeitig stärken. Erst ein ganzheitlicher Ansatz, der strategische Geschäftsziele mit operativer Wirklichkeit verbindet, macht Cybersicherheit wirksam und nachhaltig.

Genau an dieser Stelle setzen wir an: Wir unterstützen Unternehmen dabei, Sicherheitsmaßnahmen so auszurichten, dass sie im Unternehmensalltag wirksam greifen – technisch, organisatorisch und operativ. Wenn wir auch dich dabei unterstützen sollen, melde dich gerne bei uns!


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