Geschrieben am 02.10.2026 von:
Zum Start des Europäischen Cybersicherheitsmonats hat die EU-Kommission neue Eurobarometer-Zahlen veröffentlicht.
Drei von vier Beschäftigten in der EU sind am Arbeitsplatz bereits auf verdächtige E-Mails, Nachrichten oder Links gestoßen. Besonders häufig war Phishing: 39 Prozent berichten von betrügerischen Nachrichten oder Websites. Dazu kommen Versuche, personenbezogene Daten (18 Prozent) oder Passwörter (16 Prozent) zu erlangen, Schadsoftware (17 Prozent) und KI-generierte Betrugsversuche (15 Prozent).
Die Lücke zwischen Bewusstsein und Alltag
83 Prozent der Befragten halten die Folgen von Cyberangriffen für ernst. Aber nur 48 Prozent trauen sich zu, ein KI-generiertes Fake-Video zu erkennen, und nur 18 Prozent wissen von keinem Vorfall in ihrer Organisation. Das Risikobewusstsein ist also da. Es fehlt die Routine im Umgang mit realistischen Fälschungen, und genau diese Routine entscheidet im Ernstfall.
Was Du jetzt tun kannst
- Meldeweg festlegen: Eine Stelle, ein Postfach oder ein Button im Mailprogramm, den jede und jeder kennt.
- Meldekultur ohne Schuldzuweisung: Wer einen Verdacht meldet, hilft dem Unternehmen. Wer aus Scham schweigt, hilft dem Angreifer.
- Regelmäßig üben: Kurze, wiederkehrende Einheiten mit realistischen Beispielen, auch zu gefälschten Zahlungsaufforderungen und KI-Stimmen, wirken besser als eine einmalige Pflichtschulung.
- Technik als Sicherheitsnetz: Mehr-Faktor-Authentifizierung für alle Zugänge mit Außenwirkung und wirksame E-Mail-Filter.
- Zweiter Kanal bei Geld und Ausnahmen: Änderungen von Bankverbindungen und ungewöhnliche Anweisungen immer über einen unabhängigen Kanal bestätigen.
- Notfallprozess kennen: Führt ein Angriff zu einem Abfluss personenbezogener Daten, kann die Meldepflicht nach Art. 33 DS-GVO binnen 72 Stunden ausgelöst werden. Wer den Ablauf vorher geübt hat, verliert keine Zeit.
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Quellen: EU-Kommission: Eurobarometer zu Cyberbedrohungen am Arbeitsplatz (30.09.2026)