BayLfD: Praktische Leitlinien für den Einsatz von KI im Arbeitsalltag

Geschrieben am 18.08.2026 von:

Team MORGENSTERN

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Die erweiterte Reihe „AI in a nutshell“ liefert konkrete Anknüpfungspunkte für interne KI-Regeln, Freigaben und Schulungen.

Der Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz hat seine Reihe „AI in a nutshell“ um Arbeitspapiere zu Recherche-Unterstützung, Schreibassistenz und Textzusammenfassung ergänzt. Die Auswahl der Themen ist bewusst praxisnah, denn genau diese drei Anwendungsfälle prägen den Alltag in vielen Organisationen: Beschäftigte lassen sich Informationen zusammentragen, formulieren Entwürfe vor oder verdichten umfangreiche Dokumente.

Gerade weil diese Nutzung so alltäglich wirkt, entsteht ein besonderes Risiko. KI-Werkzeuge werden häufig eingeführt, bevor verbindliche Regeln existieren. In der Folge entscheiden einzelne Beschäftigte selbst, welche Inhalte sie eingeben – und damit auch, ob personenbezogene Daten, Vertragsinhalte oder vertrauliche Informationen in ein externes System gelangen. Die Arbeitspapiere setzen genau hier an und machen deutlich, dass der Einsatz von KI weniger eine reine Technikfrage als eine Frage klarer organisatorischer Vorgaben ist.

Bei der Recherche-Unterstützung steht die Zuverlässigkeit der Ergebnisse im Vordergrund. KI-Systeme erzeugen plausibel klingende Antworten, die inhaltlich falsch oder veraltet sein können. Ergebnisse sollten deshalb als Ausgangspunkt und nicht als abschließende Auskunft verstanden werden. Bei der Schreibassistenz gewinnt die Frage der Datensparsamkeit an Bedeutung, weil Entwürfe schnell konkrete Namen, Sachverhalte oder Vertragsdetails enthalten. Bei Textzusammenfassungen wiederum ist zu bedenken, dass gerade Zusammenfassungen sensibler Unterlagen eine erhebliche Informationsverdichtung darstellen und Kontext verloren gehen kann.

Für Unternehmen lassen sich daraus gut umsetzbare Leitlinien ableiten. Sinnvoll ist eine verbindliche Regelung, welche Systeme für welche Zwecke freigegeben sind, welche Datenarten eingegeben werden dürfen und in welchen Fällen eine menschliche Prüfung zwingend erforderlich ist. Ergänzend sollten datensparsame Voreinstellungen gewählt und – soweit möglich – Trainingsnutzung durch den Anbieter ausgeschlossen werden.

Damit solche Regeln im Alltag wirken, braucht es Schulungen, die konkrete Beispiele aus dem jeweiligen Arbeitsbereich aufgreifen. Abstrakte Verbote werden erfahrungsgemäß umgangen, sobald sie die tägliche Arbeit spürbar erschweren. Wer stattdessen klar benennt, welche Nutzung erwünscht ist und wo die Grenzen liegen, erhöht sowohl die Rechtssicherheit als auch die Akzeptanz – und schafft die Grundlage für die nach der KI-Verordnung geforderte KI-Kompetenz der Beschäftigten.

Bausteine für interne KI-Regeln

▶  Freigegebene Systeme und zulässige Einsatzzwecke verbindlich festlegen

▶  Klar regeln, welche Daten eingegeben werden dürfen und wann eine menschliche Prüfung Pflicht ist

▶  Datensparsame Voreinstellungen wählen und Trainingsnutzung durch Anbieter soweit möglich ausschließen

▶  Schulungen mit realen Anwendungsfällen statt abstrakter Verbote durchführen


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